Die Website ist online, sieht ordentlich aus – und trotzdem meldet sich niemand. Kein Anruf, keine Anfrage, keine Buchung über das Formular. Das ist selten Pech. Meistens steckt einer von neun ganz konkreten Gründen dahinter, und die meisten davon können Sie in ein paar Minuten selbst überprüfen. Gehen Sie die Liste der Reihe nach durch – bei den meisten Betrieben reichen schon zwei oder drei Korrekturen, damit sich wieder etwas tut.
1. Niemand findet Ihre Seite
Die beste Website nützt nichts, wenn sie bei der Suche gar nicht auftaucht.
So prüfen Sie das in 2 Minuten:
- Googeln Sie nicht Ihren Firmennamen, sondern das, was ein Kunde eintippen würde – etwa „Installateur Bad Aussee“ oder „Tischler Ausseerland“.
- Schauen Sie nach, ob Ihr Betrieb bei Google Maps mit aktuellen Öffnungszeiten und Fotos erscheint.
- Prüfen Sie, ob überhaupt eine Landing- oder Leistungsseite zu diesem Suchbegriff existiert.
Das hilft:
- Google-Unternehmensprofil anlegen oder aktuell halten, inklusive Fotos und Kategorien.
- Ort und Leistung klar in Seitentitel und Überschriften nennen – nicht nur „Herzlich willkommen“.
- Für jede Kernleistung eine eigene Seite statt eine Seite für alles.
2. Die Seite lädt zu langsam
Wer länger als ein paar Sekunden auf eine Website wartet, ist meistens schon wieder weg – vor allem unterwegs am Handy.
So prüfen Sie das in 2 Minuten:
- Öffnen Sie Ihre Seite am Handy mit mobilen Daten, nicht im Büro-WLAN, und stoppen Sie die Zeit bis zum ersten sichtbaren Inhalt.
- Dauert es spürbar länger als drei, vier Sekunden, ist das ein Problem.
- Ein kostenloser Test etwa über die PageSpeed-Prüfung von Google zeigt konkrete Bremsen.
Das hilft:
- Bilder vor dem Hochladen verkleinern und komprimieren.
- Unnötige Plugins, Slider und Animationen entfernen.
- Ordentliches Hosting statt Billig-Paket mit vielen Kunden auf einem Server.
3. Auf dem Handy unbrauchbar
Der Großteil Ihrer Besucher kommt über das Handy – nicht über den Bürobildschirm, auf dem die Seite gebaut wurde.
So prüfen Sie das in 2 Minuten:
- Nehmen Sie Ihr eigenes Handy und rufen Sie die Website auf, wie es ein Kunde tun würde.
- Müssen Sie zoomen, um Text zu lesen? Springt das Menü herum? Lässt sich die Telefonnummer antippen und wählt sie automatisch?
- Testen Sie zusätzlich mit einem fremden Handy, wenn möglich – am eigenen ist man oft blind für Gewöhnungseffekte.
Das hilft:
- Telefonnummer als klickbaren Link hinterlegen, nicht nur als Text.
- Buttons groß genug für Finger statt Mauszeiger gestalten.
- Menü und Formulare am Handy separat testen, nicht nur am Desktop kontrollieren.
4. Kontaktmöglichkeit versteckt oder umständlich
Manche Websites verstecken Telefonnummer und Kontaktformular so gut, dass selbst interessierte Kunden aufgeben.
So prüfen Sie das in 2 Minuten:
- Stoppen Sie die Zeit: Wie lange dauert es von der Startseite bis zur Telefonnummer oder zum Formular?
- Mehr als zehn Sekunden oder mehr als zwei Klicks sind zu viel.
- Zählen Sie die Felder im Kontaktformular – braucht es wirklich alle davon?
Das hilft:
- Telefonnummer und ein Kontakt-Button in jeder Ansicht sichtbar halten, etwa im Kopfbereich.
- Formular auf Name, Kontaktdaten und Anliegen reduzieren – Details klärt man im Gespräch.
- WhatsApp oder eine direkte Anrufmöglichkeit anbieten, wenn das zur Zielgruppe passt.
5. Unklar, was Sie überhaupt anbieten
Wenn Besucher erst suchen müssen, was Sie eigentlich machen, sind sie schon auf der nächsten Seite – bei der Konkurrenz.
So prüfen Sie das in 2 Minuten:
- Zeigen Sie jemandem, der Ihren Betrieb nicht kennt, fünf Sekunden lang Ihre Startseite.
- Fragen Sie danach: Was macht dieser Betrieb, und für wen?
- Wenn die Antwort zögert oder falsch ist, ist die Botschaft nicht klar genug.
Das hilft:
- Eine klare Überschrift mit Leistung, Zielgruppe und Ort statt „Herzlich willkommen“.
- Konkrete Sprache statt Floskeln wie „Kompetenz und Qualität seit Jahren“.
- Leistungen als klare Liste statt als langer Fließtext.
6. Keine Vertrauenssignale
Kunden, die Sie nicht kennen, brauchen einen Grund, Ihnen statt der Konkurrenz zu vertrauen.
So prüfen Sie das in 2 Minuten:
- Sehen Sie auf Ihrer Seite echte Gesichter, den echten Betrieb, echte Projekte?
- Oder überwiegend Stockfotos und Textwände ohne Bezug zu Ihnen konkret?
- Sind Adresse, Öffnungszeiten und, wenn vorhanden, Bewertungen sichtbar?
Das hilft:
- Google-Bewertungen einbinden, sofern welche vorliegen.
- Fotos vom Team, vom Betrieb und von abgeschlossenen Projekten statt Stockfotos.
- Adresse, Öffnungszeiten und Ansprechpartner klar und auffindbar platzieren.
7. Formular kaputt oder Mails landen im Spam
Das ist der tückischste Grund, weil auf der Website äußerlich alles funktioniert – die Anfrage kommt trotzdem nie an.
So prüfen Sie das in 2 Minuten:
- Füllen Sie Ihr eigenes Kontaktformular aus und schicken Sie sich selbst eine Testanfrage.
- Kommt eine Bestätigung? Landet die Mail im Posteingang oder im Spam-Ordner?
- Überlegen Sie: Wann ist die letzte Anfrage über die Website tatsächlich angekommen? Wenn Ihnen das nicht einfällt, ist das ein Alarmzeichen.
- Lassen Sie zusätzlich von Ihrer Agentur oder IT die SPF- und DKIM-Einträge Ihrer Domain prüfen – fehlen diese, stufen viele Mailserver Ihre Formularmails automatisch als Spam ein.
Das hilft:
- Das Formular regelmäßig, etwa monatlich, selbst testen.
- SPF, DKIM und DMARC für die Versanddomain korrekt einrichten lassen.
- Mailversand über ein sauberes, dediziertes System statt über die Standard-Hosting-Mail abwickeln.
8. Veraltete Inhalte, falsche Öffnungszeiten
Eine Website, die seit zwei Jahren nicht angerührt wurde, wirkt wie ein Geschäft mit verstaubtem Schaufenster.
So prüfen Sie das in 2 Minuten:
- Stimmen Öffnungszeiten, Preise und Ansprechpartner noch?
- Steht irgendwo noch „Frohe Weihnachten 2023″ oder ein Hinweis auf ein längst vergangenes Event?
- Klicken Sie ein paar Links durch – führen alle noch zu funktionierenden Seiten?
Das hilft:
- Einen festen Termin, etwa vierteljährlich, für einen Website-Check einplanen.
- Saisonale Angaben wie Urlaubs- oder Öffnungszeiten aktiv nachpflegen.
- Alte Aktionen und veraltete Fotos konsequent entfernen.
9. Kein Grund, JETZT zu handeln
Selbst eine überzeugende Website bringt keine Anfrage, wenn dem Besucher nicht klar ist, was er als Nächstes tun soll – und warum gerade heute.
So prüfen Sie das in 2 Minuten:
- Steht auf Ihrer Seite ein klarer nächster Schritt wie „Jetzt anrufen“ oder „Termin anfragen“?
- Oder endet die Seite mit einem vagen „Wir freuen uns auf Ihre Nachricht“?
- Gibt es einen echten Grund, jetzt zu handeln statt „irgendwann später“?
Das hilft:
- Auf jeder Seite einen klaren, eindeutigen Handlungsaufruf platzieren.
- Echte Dringlichkeit nutzen, wo sie zutrifft – etwa Saisonstart, freie Kapazität oder Termine, die knapp werden.
- Auf künstliche Countdown-Tricks verzichten und stattdessen mit nachvollziehbaren Argumenten arbeiten.
Fazit: Meistens sind es zwei oder drei Punkte
Kaum ein Betrieb erfüllt alle neun Fehlerquellen gleichzeitig. In der Praxis sind es meist zwei oder drei, die den Unterschied machen – oft eine Kombination aus schlechter Auffindbarkeit, einer versteckten Kontaktmöglichkeit und einer Botschaft, die nicht sofort klar macht, was Sie anbieten. Gehen Sie die Liste ehrlich durch, am besten mit jemandem, der Ihre Website noch nicht kennt.
Wenn Sie sich unsicher sind, wo bei Ihnen der Schuh drückt: R11 Web & Media bietet unter r11.at/sichtbarkeits-check/ einen kostenlosen Sichtbarkeits-Check an, der genau diese Punkte für Ihre Website prüft. Wir sitzen im Ausseerland und betreuen Betriebe in ganz Österreich – vom ersten Befund bis zur konkreten Korrektur.