Wenn Sie heuer über eine neue Website nachdenken, ist die Preisfrage fast immer die erste, die auftaucht – und die unbefriedigendste Antwort lautet meistens: „Kommt darauf an.“ Das ist keine Ausrede, sondern die Wahrheit. Eine Seite für den Frisiersalon mit vier Unterseiten hat andere Anforderungen als ein Onlineshop mit zweihundert Produkten. Trotzdem lässt sich die Preisfrage seriös beantworten, wenn man weiß, wonach man fragen muss. Dieser Artikel zeigt Ihnen die Preisspannen, die in Österreich 2026 realistisch sind, wo die Kostenfallen liegen und welche Frage Sie vor jeder Unterschrift stellen sollten.
Warum eine einzige Zahl selten stimmt
Der Preis einer Website hängt an drei Stellschrauben: wie viele Seiten Sie brauchen, wie viel Technik dahinter arbeitet – Terminbuchung, Onlineshop, mehrsprachige Inhalte – und wer die Inhalte liefert, Sie oder die Agentur. Ein Gasthaus mit Speisekarte, Öffnungszeiten und Anfahrt braucht etwas anderes als ein Zimmereibetrieb, der Referenzprojekte zeigen und Anfragen für Dachstühle sammeln will, und wieder etwas anderes als eine Händlerin, die fünfzig Produkte online verkaufen möchte. Ein Angebot ohne diese drei Angaben ist wenig wert, egal wie günstig oder teuer die Zahl am Ende aussieht.
Die drei Wege zur eigenen Website
Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace & Co.)
Sie bauen die Seite selbst, mit vorgefertigten Bausteinen. Kein Einmalpreis, dafür ein laufendes Abo – je nach Anbieter und Funktionsumfang liegt das erfahrungsgemäß zwischen 15 und 40 € brutto im Monat, kein Fixwert. Der günstigste Tarif reicht selten für ein rechtssicheres Setup mit Cookie-Consent und vernünftigem SEO. Sinnvoll für den schnellen Start mit sehr kleinem Budget – an Grenzen stoßen Sie, sobald die Seite wachsen oder individuell aussehen soll.
WordPress mit Theme oder Page Builder
Eine Agentur baut Ihre Seite auf einem etablierten System auf, meist mit einem Baukasten-Werkzeug im Hintergrund. Sie bekommen ein individuelles Design, bleiben aber im Rahmen eines bewährten Systems mit großer Update- und Plugin-Basis. Erfahrungswert für eine kleine bis mittlere Website in Österreich: 800 bis 3.000 € netto einmalig, je nach Seitenanzahl und Funktionsumfang, plus laufende Kosten für Hosting und Wartung. In diesem Bereich bewegen sich die meisten kleinen und mittleren Betriebe.
Individualentwicklung
Programmierung ohne Baukasten, meist für sehr spezifische Anforderungen: eine eigene Buchungslogik, eine Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem, ein Portal mit Login-Bereich. Hier beginnen die Preise oft erst bei 8.000 bis 10.000 € netto, nach oben offen. Für die klassische Handwerker-, Wirte- oder Handelswebsite ist das in aller Regel überdimensioniert.
Einmalkosten und laufende Kosten auseinanderhalten
Der Einmalpreis für Design und Umsetzung ist nur die halbe Rechnung. Eine Website braucht laufende Pflege – wer das ignoriert, zahlt später drauf. Rechnen Sie mit folgenden wiederkehrenden Posten:
- Domain: ca. 15–25 € netto im Jahr, abhängig von der Endung (.at, .com …)
- Hosting: ab rund 10 € netto im Monat für kleine Seiten, mehr bei Onlineshops mit viel Traffic
- SSL-Zertifikat: heute meist im Hosting inkludiert, aber prüfen Sie das explizit im Angebot
- Wartung und Updates: Sicherheitsupdates, Backups, technische Kontrolle – entweder als Wartungsvertrag oder in Eigenregie
- Plugin- und Tool-Lizenzen: Formular-Tools, Buchungssysteme, manche Premium-Themes verlangen jährliche Lizenzgebühren
Eine Website, die 900 € gekostet hat und danach niemand betreut, ist in zwei Jahren oft unsicherer und langsamer als am ersten Tag. Kalkulieren Sie die laufenden Kosten von Anfang an mit – nicht erst, wenn die erste Rechnung kommt.
Die versteckten Kostenfallen
Die meisten Überraschungen entstehen nicht beim Design, sondern bei dem, was im Angebot nicht steht. Typische Fallen:
- Texte: Wer schreibt die Inhalte? Wenn die Agentur textet, kostet das extra – wenn Sie liefern, brauchen Sie Zeit, die im Tagesgeschäft oft fehlt
- Fotos: Handyfotos vom eigenen Betrieb wirken echter als Stockfotos, aber gute Bilder brauchen Vorbereitung. Lizenzierte Stockfotos kosten pro Bild, oft ohne dass das im Angebot auftaucht
- Nachträge: „Können wir noch eine Unterseite dazu nehmen?“ – außerhalb des ursprünglichen Angebots wird das meist separat verrechnet. Fragen Sie vorab nach dem Preis für Zusatzseiten
- Korrekturrunden: Wie viele Änderungswünsche sind im Preis inkludiert, bevor Mehrarbeit verrechnet wird?
- Formular- und Newsletter-Tools: manche Anbindungen, etwa an ein CRM oder einen Newsletter-Versender, kosten eigene Lizenzgebühren
Warum „günstig“ oft teuer wird
Ein Angebot mit 400 € für „Website inklusive allem“ klingt verlockend. Fragen Sie nach, was darin enthalten ist: Meist fehlen Texte, Bilder, SEO-Grundlagen und die Google-Auszeichnung, die dafür sorgt, dass Google Ihren Betrieb überhaupt richtig zuordnet. Wenn die Seite dann nicht gefunden wird, langsam lädt oder am Handy schlecht aussieht, folgt in ein bis zwei Jahren der Relaunch – und die Gesamtrechnung liegt am Ende oft höher als bei einer sauber kalkulierten Lösung von Anfang an. Rechnen Sie den möglichen Relaunch mit ein, wenn Sie zwei Angebote vergleichen: Die niedrigere Zahl ist nicht automatisch die günstigere Lösung.
Die wichtigste Frage vor der Unterschrift: Gehört mir die Website danach?
Diese Frage wird am seltensten gestellt und ist die wichtigste von allen. Manche Anbieter – vor allem reine Baukasten-Systeme und manche Agenturen mit eigenem „Mietmodell“ – bleiben Eigentümer der Website. Sie zahlen zwar, können die Seite aber nicht zu einem anderen Anbieter mitnehmen, wenn Sie unzufrieden sind oder die Preise steigen. Klären Sie vor Vertragsabschluss konkret:
- Gehören Domain, Inhalte und Design nach Fertigstellung Ihnen?
- Können Sie die Website zu einem anderen Hoster oder einer anderen Agentur mitnehmen?
- Was passiert, wenn Sie den Vertrag kündigen – bleibt die Seite online oder wird sie abgeschaltet?
Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben. Weicht ein Anbieter hier aus oder bleibt die Regelung unklar, ist das ein Warnsignal – unabhängig davon, wie gut der Preis aussieht.
Checkliste: Diese Fragen sollten Sie jeder Agentur stellen
Bevor Sie unterschreiben, klären Sie:
- Was genau ist im Preis enthalten – wie viele Seiten, welche Funktionen?
- Wer liefert Texte und Bilder, und was kostet es, wenn die Agentur das übernimmt?
- Wie viele Korrekturrunden sind inkludiert?
- Was kosten laufendes Hosting, Wartung und eventuelle Lizenzen – im Monat und im Jahr?
- Wem gehört die Website nach Fertigstellung, inklusive Domain?
- Was passiert bei Kündigung – kann ich mitnehmen, was bezahlt wurde?
- Wie lange dauert die Umsetzung, und was verzögert sie erfahrungsgemäß?
- Wer ist Ansprechpartner, wenn nach dem Launch etwas nicht funktioniert?
Eine Agentur, die auf diese Fragen klare, schriftliche Antworten gibt, verdient Ihr Vertrauen eher als eine, die mit einem Pauschalpreis abwimmelt.
Was kostet eine Website bei R11
Wir kalkulieren bei R11 mit Fixpreisen statt Bauchgefühl: Webdesign Basis startet bei 890 € einmalig plus 69 € im Monat, Grow mit fünf Seiten bei 1.690 € plus 99 € im Monat, Professional bei 2.990 € plus 189 € im Monat – alle Preise netto zzgl. USt. Was in jedem Paket steckt, sehen Sie vorab schriftlich, ohne Kleingedrucktes.