Die Frage stellt sich jeder Betrieb einmal: Website selbst bauen oder machen lassen? Auf der einen Seite ein Baukasten für 15 Euro im Monat, auf der anderen ein Agenturangebot über ein paar tausend Euro. Der Preisunterschied wirkt gewaltig – und ist trotzdem selten das entscheidende Argument.
Dieser Artikel vergleicht ehrlich, inklusive der Punkte, die gegen eine Agentur sprechen. Wir sind selbst eine – deshalb sagen wir gleich dazu, wann Sie uns nicht brauchen.
Was Selbermachen wirklich kostet
Der Monatsbeitrag für einen Baukasten ist der kleinste Posten. Die eigentlichen Kosten stehen auf keiner Rechnung:
- Ihre Zeit. Eine brauchbare erste Website kostet realistisch mehrere Arbeitstage – verteilt auf Abende und Wochenenden, weil tagsüber der Betrieb läuft. Rechnen Sie diese Stunden zu Ihrem eigenen Stundensatz, und der Preisvorteil schrumpft schnell.
- Die Lernkurve. Nicht das Zusammenklicken ist schwierig, sondern die Entscheidungen: Welche Seiten braucht es? Was gehört auf die Startseite? Wie formuliert man einen Text, der Anfragen bringt statt nur höflich zu klingen?
- Die laufende Pflege. Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal aufstellt. Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos, Rechtstexte – das veraltet, und zwar zuverlässig.
- Das Risiko. Fehlende Pflichtangaben, ein falsch eingebundenes Analyse-Tool, ein Cookie-Banner, der nicht tut, was er soll: Das sind vermeidbare Probleme, die im Zweifel teuer werden.
Wie sich das gegen professionelle Umsetzung rechnet, haben wir in der Preisübersicht für Österreich mit konkreten Spannen aufgeschlüsselt.
Was eine Agentur tatsächlich liefert – und was nicht
Eine gute Agentur verkauft Ihnen nicht Design, sondern Entscheidungen und Verantwortung. Konkret:
- Struktur statt Geschmack. Welche Seiten es braucht, in welcher Reihenfolge, mit welchem nächsten Schritt – das ist Handwerk, kein Bauchgefühl.
- Texte, die verkaufen. Der häufigste Grund für erfolglose Websites ist nicht das Design, sondern eine Botschaft, die nicht sofort klar macht, was Sie anbieten und für wen.
- Technik, die Sie nicht sehen. Ladezeiten, mobile Darstellung, Auffindbarkeit, funktionierender Formularversand. Genau hier scheitern selbstgebaute Seiten am häufigsten – siehe die neun häufigsten Gründe für ausbleibende Anfragen.
- Einen Ansprechpartner. Wenn etwas kaputt ist, rufen Sie jemanden an, statt drei Abende in einem Hilfeforum zu verbringen.
Was eine Agentur nicht liefert: Kunden auf Knopfdruck. Eine Website ist ein Werkzeug. Sie macht sichtbar, was Sie anbieten, und macht es leicht, Sie zu kontaktieren. Verkaufen müssen Sie weiterhin selbst.
Die ehrliche Entscheidungshilfe
Machen Sie es selbst, wenn …
- … Sie eine einfache Visitenkarte im Netz brauchen: wer Sie sind, was Sie machen, wie man Sie erreicht.
- … Ihre Kunden ohnehin über Empfehlung kommen und die Website nur zur Bestätigung dient.
- … Sie Freude an so etwas haben und die Zeit tatsächlich übrig ist – nicht theoretisch, sondern real.
- … Sie gerade gründen und jeder Euro zählt. Eine schlichte, ehrliche eigene Seite ist besser als gar keine.
Holen Sie sich Hilfe, wenn …
- … die Website Anfragen bringen soll und nicht nur existieren.
- … Sie im Wettbewerb stehen und Kunden aktiv im Netz suchen.
- … Sie mehrere Leistungen oder Standorte haben und die Struktur unübersichtlich wird.
- … Sie einen Shop, Buchungen oder Formulare mit echten Kundendaten brauchen.
- … Sie schon zweimal angefangen haben und beide Versuche halbfertig liegen geblieben sind.
Die Mischform, über die selten gesprochen wird
Sie müssen sich nicht entscheiden. Eine gängige und oft sinnvolle Variante: Die Agentur baut das Fundament – Struktur, Design, Technik, Rechtstexte, Auffindbarkeit – und Sie pflegen danach Inhalte selbst. Sie brauchen dafür eine Website, die für Sie bedienbar ist, und eine kurze Einschulung. Fragen Sie danach explizit; nicht jede Agentur bietet das von sich aus an.
Fünf Warnsignale bei Agenturangeboten
- Der Preis steht ohne Leistungsumfang da. „Website ab 1.500 Euro“ ist keine Aussage. Fragen Sie: Wie viele Seiten? Wer schreibt die Texte? Wer besorgt die Bilder? Was passiert nach dem Livegang?
- Ranking-Versprechen. Niemand kann Platz 1 bei Google garantieren. Wer es trotzdem tut, verkauft entweder Unsinn oder arbeitet mit Methoden, die Ihnen später schaden.
- Sie bekommen keinen Zugang zu Ihrer eigenen Website. Domain, Hosting und Login gehören Ihnen. Klären Sie vor Vertragsabschluss schriftlich, wem was gehört und wie Sie im Trennungsfall Ihre Inhalte mitnehmen.
- Alles läuft über Vorlagen, aber niemand redet über Ihre Kunden. Wenn im Erstgespräch nur über Farben und Layouts gesprochen wird und nie darüber, wer bei Ihnen kauft und warum, fehlt der wichtigste Teil.
- Nach dem Livegang meldet sich niemand mehr. Fragen Sie vorher, wer Updates macht, was eine spätere Änderung kostet und wie schnell jemand reagiert, wenn die Seite ausfällt.
Fragen, die Sie vor jeder Unterschrift stellen sollten
- Was genau ist im Preis enthalten – und was kostet extra?
- Wem gehören Domain, Hosting, Inhalte und die Website selbst?
- Wie lange läuft der Vertrag, und wie kündige ich ihn?
- Kann ich Inhalte später selbst ändern, oder brauche ich dafür jedes Mal Sie?
- Was passiert, wenn die Seite ausfällt – und wie schnell?
- Was kostet der laufende Betrieb pro Jahr, alles zusammengerechnet?
Eine seriöse Agentur beantwortet diese Fragen ohne Zögern und schriftlich. Ausweichende Antworten sind selbst schon die Antwort.
Fazit
Es gibt keine allgemein richtige Entscheidung – nur eine, die zu Ihrer Situation passt. Wenn die Website vor allem da sein soll, machen Sie sie selbst. Wenn sie arbeiten soll, holen Sie sich Hilfe. Und wenn Sie unsicher sind, lassen Sie erst prüfen, wo Sie aktuell stehen, bevor Sie irgendetwas beauftragen.
R11 Web & Media bietet unter r11.at/sichtbarkeits-check/ einen kostenlosen Sichtbarkeits-Check an: eine ehrliche Einschätzung, was bei Ihrer Website funktioniert und was nicht – auch dann, wenn das Ergebnis lautet, dass Sie gerade niemanden beauftragen müssen. Wir sitzen im Ausseerland und betreuen Betriebe in ganz Österreich.